Pflanzenschutz

Pflanzenschutz

In der Natur und damit auch im Garten gibt es eine große Anzahl unterschiedlichster Insekten, Käfer, kleinste Pilze, Viren und andere Lebewesen, die unseren Kulturpflanzen im Bezug auf Wachstum, Ertrag und Qualität schaden können. Man nennt sie pauschal Schaderreger.

Es gibt aber auch Schäden an den Pflanzen, die nicht von Schaderregern, sondern von schlechten Wachstumsbedingungen hervorgebracht werden (z. B. Frostschäden, Trockenschäden usw.).

Hier muss man, wenn möglich die schädlichen Einflüsse verhindern und gute Kulturbedingungen schaffen.

Anders beim Auftreten echter Schaderreger.

Aus Gründen des Schutzes vor Giften in der Umwelt und zum Schutz der Lebensmittel sind aber viele Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger nicht mehr zugelassen.

Über zugelassene Mittel, ihren Nutzen und die Anwendung kann man sich in jedem Gartenfachmarkt informieren. Das hier einzeln aufzulisten ginge zu weit und unterliegt auch ständigen Änderungen.

Es stellt sich für uns Kleingärtner sowieso die Frage, muss es immer gleich die chemische Keule mit ihren vielfältigen Nebenwirkungen und Gefahren sein ?

Bei aufmerksamen Beobachten des Wachstums in den Gärten kann man viele Probleme rechtzeitig erkennen und mit einfachen Mitteln gegen wirken.

Blattlausbefall lässt sich im Anfangsstadium wo möglich mit scharfem Wasserstrahl oder mit Brennnesselbrühe bekämpfen (1kg frische Pflanzen/10 Ltr. Wasser; 6 Tage nach Beginn der Gärung 1 : 20 verdünnt anwenden).

Plötzliche Welke von ganzen Zweigen oder Ästen durch Pilzbefall bekämpft man, in dem man diese Astpartien sofort bis in das gesunde Holz zurückschneidet. Das betrifft auch Moniliawelke bei Kirschen. Wichtig: Danach die Schere gründlich säubern, sonst überträgt man die Pilze beim nächsten Schnitt auf gesunde Astpartien.

Fruchtmumien müssen spätestens beim Baumschnitt gänzlich abgepflückt und herabgefallene Fruchtmumien aufgesammelt und entsorgt werden. Nicht auf den Kompost geben. Sonst gibt es davon ausgehend im nächsten Jahr wieder einen starken Pilzbefall der Bäume.

Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln entsteht, wenn das Laub beim Gießen nass gemacht wird und natürlich auch durch zu viel Regen. Zumindest Tomaten kann man davor durch eine leichte Überdachung schützen.

Botrytis bei Erdbeeren entsteht in gleicher Weise. Da die Früchte beim Wachstum viel Wasser brauchen, kann man hier einen Schutz erreichen, wenn viel Luft an die Pflanzen und Früchte gelangt. Dann trocknet Feuchtigkeit schnell wieder ab und die Gefahr der Botrytisfäule verringert sich. (Also keine dichten Bestände dulden und ggf. zwischen den Reihen mulchen. Das hat auch andere gute Wirkungen. Rasenschnittgut eignet sich dafür.) 

Bei Rosen mit Sternrußtau befallene Blätter bei ersten Anzeichen abpflücken und entsorgen, dann bleiben noch nicht befallene Blätter oft gesund. (Sternrußtau ist ein Pilz, der durch nasse Blätter gefördert wird). Also Blätter der Rosen möglichst trocken halten.

Manchen Schaderregerbefall sollte man auch einfach aushalten und nichts tun, wenn dadurch nicht der ganze Kulturerfolg infrage steht. Das betrifft z. B. das mitunder starke Auftreten von Johannisbeergallläusen und – Gallmilben. (Stark gebeulte einzelne Blätter. Das gibt sich nach Ende der relativ kurzfristigen Läusepopulation von alleine wieder.

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2. Auflage 2021                                    Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt