Kompostierung
Unser Boden besteht vor allem aus Sand, zum Teil geringfügig mit Lehm versetzt. Vom Oraniaweg durch die Anlage hindurch bis zum Wiesenweg werden die Böden etwas bindiger.
Das sind keine guten landwirtschaftlichen bzw. gärtnerischen Bodenbedingungen.
Gute Böden (Schwarzerdeböden) mit viel Lehm und Löß für Mais, Kartoffel- und Rübenanbau liegen in der Magdeburger Börde oder im Vorgebirgsland.
- Die Bodenwertzahlen liegen über 60 Punkten bis über 100.
Mittlere Böden mit lehmigem Sand oder sandigem Lehm (bindige Böden) sind die häufigsten landwirtschaftlichen Flächen für Getreideanbau.
- Die Bodenwertzahlen betragen hier etwa 30 bis 60 Punkte.
Unsere Böden sind vor allem Sandböden ( märkische Streusandbüchse) mit geringfügigen anderen Bodenbestandteilen. Diese Flächen eignen sich zum Beispiel für Roggenanbau.
- Die Bodenwertzahlen liegen unter 30 Punkten.
- Die Böden in unserer Anlage haben Bodenwertzahlen von 18 bis 22 Punkten.
Unsere mageren Böden sollten vor allem durch Humusgaben verbessert werden. Erst dann besteht Hoffnung für eine reiche und qualitativ gute Ernte.
Humus sind verrottete organische Bestandteile, die den Boden verbessern. Humus schafft im Boden mehr Hohlräume (Wasser wird besser aufgenommen), bringt sofort pflanzenverfügbare Nährstoffe in den Boden und das Bodenleben wird entwickelt.
Ohne jährliche Humuszufuhr werden unsere Böden immer schlechter.
Durch Ernte, Rasenschnitt und Unkrautjäten entfernen wir ständig organische Substanz, die sonst verrottet wäre und dem Boden nun fehlt. Kompostgaben sind wichtig, diese Entnahme von organischen Material durch Zugabe von verrottetem Humus (= Kompost) auszugleichen.
Bequemes Kompostieren:
Einen Komposthaufen als Sammelhaufen anlegen. Alle grünen Gartenabfälle aufbringen (keine kranken Teile, keine Essenreste wegen Rattengefahr)
Alles öfter gut mischen und in Trockenphasen wässern.
Der Haufen sollte sehr warm werden (Die Unkrautsamen werden bei richtiger Kompostierung durch die Hitze vernichtet).
Nach einem Jahr kann man den dann bereits entstandenen Rohkompost zum Mulchen unter Bäumen, Büschen und Hecken verwenden.
Sonst einen zweiten Komposthaufen als neuen Sammelhaufen einrichten und den ersten Sammelhaufen ein weiteres halbes Jahr ruhen lassen. Dann kann der Kompost überall im Garten verwendet werden.
Ähnlich kann das auch mit dem Komposter aus dem Baumarkt gemacht werden. Aber wichtig: Auch da muss Wasser zugegeben werden, sonst schlechte, zu langsame Rotte.
Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2.Auflage 2021 Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt

Bodenfruchtbarkeit durch Kompost
Im Boden werden Wasser und Nährstoffe vor allen im Humus gespeichert. Hierher wachsen Pflanzenwurzeln bevorzugt, um Wasser und Nahrung aufzunehmen. Bei der Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen, durch die vielen beteiligten Mikroorganismen und durch äußere Faktoren wie Regen, Bewässerung und Wärme, zersetzt sich der Humus mit der Zeit.
Das ist vor allem in sandigen Böden der Fall, wie sie in unserer Kleingartenanlage vorherrschend sind. Außerdem werden mit dem Erntegut und durch das Entfernen der Pflanzenreste vom Beet die Quellen für neue Humusstoffe weggeräumt. Denn die von den Pflanzen bei ihrem Wachstum aufgenommenen Nährstoffe werden so vom Beet entfernt. Nachschub an Humus und Nährstoffen für die nächste Saison ist nötig, sonst verarmen die Böden zusehends. Es sind dann keine guten Ernten mehr möglich. Das gilt besonders für unsere Sandböden.
Was kann man tun ?
Entweder man macht selbst Kompost und bringt ihn auf die Beete oder man kauft neue humusreiche Erden. Da diese Erden in der Regel viel Torfmull enthalten ist das aus Naturschutzgründen zumindest bedenklich.
Außerdem kostet die Entsorgung von Pflanzenresten und der Neueinkauf von Erden immer Geld.
Besser und billiger, wenn auch mit etwas Arbeit verbunden, ist da der Kompost.
Die Pflanzenreste, Laubabfälle, Grasschnitt, Holzhäcksel usw. kommen auf einen Komposthaufen. Wenn möglich, in schattiger Lage z. B. unter Bäumen und nicht zu dicht an Nachbars Zaun.
Gut mischen und hin und wieder etwas wässern ist wichtig.
Schnellkomposter kann man einbringen, muss das aber nicht, wenn ab und zu eine Schaufel mit fertigem Kompost oder guter Gartenerde mit eingemischt wird. Hierdurch werden die gleichen Bedingungen erfüllt, nämlich Starterkulturen an Mikroorganismen, die den Humus im Kompost bilden, mit einzumischen.
Auf Hornspäne als langsam fließende Stickstoffquelle, die auch im Schnellkomposter vorhanden sind, kann im Kompost verzichtet werden, wenn nach Ausbringen des Kompostes auf die Beete vor der ersten Pflanzung eine ordentliche Startdüngung durchgeführt wird.
Nach einem Jahr kann Rohkompost schon zur Humusversorgung auf die Beete ausgebracht werden. Wer mehr Platz hat kann alles auch ein zweites Jahr liegen lassen und hat dann eine gute Komposterde. Man legt dann für die frischen Kompoststoffe parallel einen zweiten Haufen an.
Problem ist, dass es oft nach der Versorgung der Flächen mit Kompost zu stärkerem Unkrautbefall kommt. Der Kompost enthält einfach zu viele Unkrautsamen.
Abhilfe bringt es, wenn man alle unkrautsamenhaltigen Pflanzenreste zuerst in Plastiksäcke füllt und diese zugebunden mehrere Wochen in die Sonne stellt. Danach ist der Inhalt angerottet, die Unkrautsamen abgestorben und alles kompostiert sich noch besser.
Kleingartenkolonie „Eintracht Orania“, 2. Auflage 2021 Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt
