Hochbeet

Ein Hochbeet im Garten

Hochbeete sind derzeit im Trend. Was ist das eigentlich ? Wozu ist das gut ? Wie geht das ? Das sind die oft gestellten Fragen. Sie sollen hier in Kürze beantwortet werden.

Ein Hochbeet ist vereinfacht gesagt, ein bepflanzter Komposthaufen.

Er gestattet bequemes Arbeiten, ohne sich bücken zu müssen. Es ist zumindest im ersten Nutzungsjahr frühere Pflanzung als im freien Grund möglich. Ein Hochbeet ist durch seine Übersichtlichkeit ein Ort intensivsten Gärtnerns, weil auch jedes Fleckchen richtig ausgenutzt werden soll. Am Besten sind deshalb Mischkulturen. In der Regel wird auf dieser kleinen Fläche des Hochbeetes durch jährliches Einbringen von Humus eine hohe Bodenfruchtbarkeit erreicht, die über Jahre erhalten werden kann.

Die Lebensdauer eines Hochbeetes ist durch die bauliche Substanz der Einschalung begrenzt. Irgendwann ist auch die verrottet. Dann bleibt ein guter Kompost übrig, der auf die Freifläche im Garten als Humus verteilt werden sollte. 

Hochbeete können aus unterschiedlichem Material gebaut werden, z. B. Schalbretter, Bauplatten, Ziegel oder ähnlich. Es gibt auch fertige Modelle im Gartenhandel zu kaufen. Wichtig beim eigenen Bau ist:

  • Nicht breiter als 1,20m, und Bearbeitungsmöglichkeit von beiden Seiten, sonst kann man nicht alle Stellen bearbeiten (Armlänge jeweils bis zur Mitte). Die Länge ist egal und kann den Gegebenheiten und persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.
  • Die Höhe des Beetes ist auch den persönlichen Ansprüchen anzupassen. In der Regel werden etwa 90 cm hohe Hochbeete gebaut. Die Einschalung muss das Hochbeet bis zur gewünschten Oberkante umfassen.
  • Es muss in den Folgejahren nach Inbetriebnahme mit hohen inneren Drücken durch das Setzen des Kompostes gerechnet werden. Deshalb muss man die Einschalung auf starke gut gegründete Pfosten (9 x 9 cm) montieren. Alle 2 lfd.m Länge ist der obere Rand quer durch Seilzug oder mit anderem Querelement zu verbinden. 
  • Wo es Wühlmäuse gibt, sollte das Beet von unten vor dem Befüllen mit entsprechendem Drahtgeflecht dicht zur Einschalung ausgelegt werden.

Das Befüllen ist einfach. Wie beim Kompost nimmt auch das Hochbeet eine Menge Gartenabfälle auf. Man sollte sich aber auf die Mengen vorbereiten, denn je nach Länge des Hochbeetes passt schon eine Masse Grünmaterial usw. rein. 

Das Befüllen erfolgt so:

  • Unten als erstes etwa 40cm hoch werden ganze Äste, Zweige, Strauch- und Heckenschnitt eingebracht.
  • Die Zwischenräume füllt man mit Hackschnitzeln und anderem Schreddergut. Diese grobe Schicht am Grunde sichert den Wasserabzug und die Belüftung.
  • Darauf kommen 30 cm normale Gartenabfälle, die sonst auf dem Kompost landen.
  • Den Abschluss bildet eine 20 cm starke Schicht gute Gartenerde oder vorjähriger Kompost. Man kann auch etwas Dung mit einmischen. Aber max. ca. 7 Ltr. /m².
  • Es wird nichts festgetreten oder gestampft. Wenn das Beet im Herbst oder Winter errichtet wird, setzt sich der Inhalt bis zur Frühjahresbeflanzung von allein. Wichtig ist, dass gut gewässert wird, damit das Setzen des Bodens erreicht wird.
  • Das Beet sackt im ersten Jahr ca. 30 cm durch die Rotte zusammen. Das führt aber auch zur Erwärmung, sodass früher gepflanzt werden kann (ev. Folienhüte auflegen). 
  • Nach Kulturende wird jährlich mit guter Gartenerde bis zur Oberkante nachgefüllt.

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2. Auflage 2021                                         Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt