Düngen
Bei unseren leichten Böden in der Kleingartenanlage muss man viel Wert auf die richtige Düngung der Kulturen legen. Wir haben vor Jahren in einer Reihe von Gärten in unsere Anlage Bodenproben gemacht. Das Ergebnis ist generell, natürlich von Garten zu Garten etwas unterschiedlich:
- Insgesamt zu wenig Stickstoff
- Fast überall eine Überdüngung mit Phosphor und
- Eine mittlere Versorgung mit Kali.
Die Nährstoffversorgung ist immer abhängig von dem, was an Dünger aufgebracht wird, und der Sorptionskraft des Bodens. Stickstoff wird in unseren Sandböden durch den nächsten kräftigen Regen oder starkes Wässern sofort wieder ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser. Das ist nicht gut für die Umwelt und Schade um das Geld für den Dünger.
Abhilfe: gute Humusversorgung der Böden. Je mehr organische Substanz vorhanden ist, desto mehr Stickstoff wird zurückgehalten und steht den Pflanzen länger zur Verfügung.
Phosphor wird überhaupt nicht ausgewaschen und bleibt im Boden. Da in jedem Volldünger neben Stickstoff und Kali auch Phosphor ist, kommt es regelmäßig beim Düngen mit Volldüngern auch zu einer Phosphordüngung, obwohl schon genug da ist. Schädigungen sind nicht zu erwarten, besser wäre es aber, oft nur einen reinen Stickstoffdünger zu verwenden.
Kali nimmt einen Mittelwert ein und muss schon ab und zu gedüngt werden. Wissen muss man, das Stickstoff der Dünger für das Wachstum der Pflanzen ist. Kali fördert die Reife der Früchte und des Holzes hinsichtlich der Winterhärte.
Günstig ist es je nach Bodenverhältnissen zu Beginn einer Kultur eine Grunddüngung durchzuführen und später während des Wachstums flüssig als Kopfdüngung nachzudüngen.
Für die Grunddüngung muss es nicht immer Volldünger sein. Es gibt in den Gartenmärkten auch andere Dünger, die bestimmte Wirkungen kombinieren. Beispiel: Kalkammonsalpeter für eine erste Stickstoffdüngung bei gleichzeitiger Kalkgabe. Kalkstickstoff hat die gleiche Wirkung, vernichtet aber gleichzeitig noch gerade auflaufendes Unkraut. Wenn man das im Frühjahr zum richtigen Zeitpunkt macht schlägt man drei Fliegen mit einer Klappe. (Aber Vorsicht, bis zum Pflanzen 14 Tage warten. Sonst werden die jungen Pflanzen auch geschädigt.)
Für eine reine Kalidüngung im Spätsommer zum Ausreifen der Gehölze kann man Schwefelsaures Kali einsetzen.
Bittersalz ist ein Magnesiumdünger und gut zur Kräftigung von Nadelhölzern.
Wissen sollte man noch: Blaudünger ist für unsere Bedingungen der geeignetste Volldünger. Er kann für alles verwendet werden, wenn man das zu Volldüngern gesagte berücksichtigt.
Rote Dünger sind chloridhaltig. Das vertragen viele unserer Pflanzen nicht z. B. Rosen, Gurken, Erdbeeren.
Organische Dünger sind ebenso wie Kompost für unsere Böden hervorragend geeignet zur Humusversorgung und damit Voraussetzung für einen wirkungsvollen Einsatz mineralischer Dünger. Dabei muss man wissen: Pferdemist wird in unseren Sandböden relativ schnell abgebaut. Es ist ständiger Nachschub erforderlich. Rinderdung bleibt im Boden länger erhalten. Er muss nicht so häufig eingesetzt werden.
Generell gilt: Eine andauernde Ausbringung organischer Dünger verbessert unsere Böden nachhaltig.
Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2. Auflage 2021 Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt

